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Frage zu Choke - Laverda 750S

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Moderator: Jürgen W.

Frage zu Choke - Laverda 750S

Beitragvon Schrauber » 10.02.2019, 16:34

Hallo,
Bei der Restauration meiner 750SF war der originale Choke Hebel gebrochen, weshalb ein ähnlicher Choke Hebel montiert wurde.

Der neue Choke Hebel ist simpel aufgebaut - man kann einfach stufenlos am Choke-Bowdenzug bis ans Maximum ziehen, Arretierung oder Einrastmöglichleiten gibt es nicht.
Nun habe ich das Problem, dass ich den Choke Hebel immer milimetergenau ziehen muss, da ansonsten die Kerzen sofort nass sind und ein Starten unmöglich wird.

Ist der originale Choke Hebel eventuell anders aufgebaut? Die Vergaser sind revidiert und neu aufgebaut - ich stehe hier gerade ein Wenig an...Habt ihr dieses Problem auch?

Gruss
Yves
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Re: Frage zu Choke - Laverda 750S

Beitragvon Gerald » 10.02.2019, 20:22

Hallo Yves,

Welche Kerzen hast Du drin? original Kontaktzündung? Der Choke Hebel ist auch im original simpel aufgebaut und hat keine Arretierung. Nasse Kerzen und dadurch bedingte Probleme beim Starten liegen evtl. am Choke direkt am Vergaser. Klingt nach zu fettem Gemisch.

Gerald
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Re: Frage zu Choke - Laverda 750S

Beitragvon Ernesto » 10.02.2019, 21:05

Betr. Arretierung: der Choke muss so stramm befestigt wwerden,
daß er nicht von selbst zurückspringt.
Am besten beim Starten ganz langsam Choke zugeben, bis sie
anspringt. Ohne oder mit wenig Gas.
NGK BP 8ES sind relativ unempfindlich. Champions eher nicht.

Gruß, Ernesto
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Re: Frage zu Choke - Laverda 750S

Beitragvon Schrauber » 10.02.2019, 21:36

Hallo zusammen,
Danke für die Antworten.

Der Chokehebel ist gut angezogen, so dass er sich nicht automatisch zurückstellt.
Die Kerzen sind B8ES auf entstörten 5kOhm Kerzensteckern, ich versuche mal die BP8ES!

Wenn die Kerzen einmal nass sind, kann ich sie nur wieder mit der Bunsenbrenner-Flamme retten, eine alleinige Reinigung reicht da nicht, weil der Isolator zu stark leitfähig wird. Einen Kerzensatz musste ich schon wegwerfen.

Ich bemerke auch hin und wieder, dass der Zündfunken nicht allzustark auf beiden Zylindern ist. Ich fahre noch eine alte revidierte Unterbrecherzündung, eine elektronische Zündung wäre vielleicht auch mal angebracht.
Wobei ich das Problem nicht auf die Zündung schieben will - früher hat es so ja auch funktionieren müssen ;-)

Gruss
Yves
Schrauber
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Re: Frage zu Choke - Laverda 750S

Beitragvon Ernesto » 11.02.2019, 04:56

Die Kerzen sind B8ES auf entstörten 5kOhm Kerzensteckern, ich versuche mal die BP8ES!

Auch mit denen muss sie anspringen und laufen. Die werden nicht die Ursache sein.
Das muss ein mordsmäßig fettes Gemisch sein. Genug Lose in den Zügen? Schwimmerstände?

Gruß, Ernesto
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Re: Frage zu Choke - Laverda 750S

Beitragvon Laverdalothar » 11.02.2019, 09:28

Schrauber hat geschrieben: Ich bemerke auch hin und wieder, dass der Zündfunken nicht allzustark auf beiden Zylindern ist. Ich fahre noch eine alte revidierte Unterbrecherzündung, eine elektronische Zündung wäre vielleicht auch mal angebracht.
Wobei ich das Problem nicht auf die Zündung schieben will - früher hat es so ja auch funktionieren müssen ;-)

Gruss
Yves


Hallo Yves, früher waren auch die Kabel und Kontakte alle neu und haben nicht Spannung verloren durch Korrosion... Früher war auch die Lichtmaschine neu und lieferte Leistung im Überschuß.... Früher - soll ich weiter machen? :mrgreen: Wenn der Zündfunke schwach ist, würde ich da mal weiter suchen.

Schau Dir mal die Kabel und Stecker an den Zündspulen an. Dreh auch mal die Zündkerzenstecker raus, schneide ca. 0,5 - 1cm ab und befestige sie wieder (vorher gesamtlänge prüfen, ob man wirklich kürzen kann). Oft kriecht da der "Kupferwurm" rein; Grünspan leitet deutlich weniger als frisches Kupfer... Falls das Kabel an der Zündspule auch nur eingedreht ist, das gleiche dort auch machen.

Kontrollier auch mal den Elektroden-Abstand der Zündkerzen. Hatte schon jede Menge neue, bei denen der Abstand zu groß war...

Die Kontakt-Zündung muss penibelst eingestellt sein, sonst hast Du sofort Verluste auf dem Zündfunken (Abstand Kontakt, Zündzeitpunkt)

Ernesto hat schon auf die Schwimmerstände hingewiesen (wichtig!!), ich weise noch zusätzlich auf die Synchronisierung der Choke-Schieber hin. Du hast vermutlich die VHB 29 drauf - oder? Schau zu, dass der O-Ring, der die Schieber abdichtet zum Gehäuse hin, noch in Ordnung ist. Ggf. erneuern!

Ansonsten mal schauen, ob die Schwimmernadel-Ventile auch wirklich schließen... wenn da permanent Sprit in den Ansaugtrakt "subt", kannst Du einstellen was Du willst - das wird nie was werden...

Achte auch auf alle Masse-Verbindungen sowie die Plus-Leitung zur Lima! Bekommt diese zu wenig Erreger-Spannung, liefert sie zu wenig Strom.

Wie ist die Batterie? Welche Voltzahl hat sie beim Starten? Ist der Anlasser noch 100% frisch? Wenn hier abgebrannte Kohlen vorhanden sind, steigt die Amper-Zahl und die Versorgung aller anderen Verbraucher (Zündung...) sinkt...

Schau auch mal vorne in der Lampe nach den Kabeln. Die Zündspule(n) bekommt wenn ich es richtig im Kopf habe von vorne ihr Plus. Schau mal ob das dort ggf. oxydiert ist.

Viel Erfolg!!
LG

Lothar

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Re: Frage zu Choke - Laverda 750S

Beitragvon Schrauber » 14.02.2019, 19:38

Moin,
Danke für die Ratschläge.

Ausgangslage ist zum Glück ein restauriertes Motorrad, somit kann ich oxidierte Kontakte u.Ä schon einmal ausschliessen. Elektrodenabstände habe ich peinlichst genau eingestellt, Anlasser ist auch in Ordnung.

Wenns draussen warm ist, startet das Motorrad ohne Probleme, da man auch den Choke nur selten braucht. Kaum wirds kalt, fangen die Probleme an.
Leider sind die Temperaturen noch zu tief für das Schrauben in unbeheizten Räumlichkeiten, weshalb ich hoffe, dass es dieses Wochenende etwas wärmer wird.

Ich greife zuerst einmal die Vergaserei an - wie stellt ihr am einfachsten die Schwimmerstände ein? Immer Vergaser vollaufen lassen und dann Schwimmergehäuse entnehmen und messen?
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Re: Frage zu Choke - Laverda 750S

Beitragvon rainer » 15.02.2019, 15:51

Moin,

wenn die Kerzen nur nass werden, wenn der Choke gezogen wird, dann werden es wohl nicht die Schwimmerstände sein.

Was für eine Choke-Düse ist denn drin? Sind die O-Ringe in Ordnung?

Schwimmerstände einstellen,
Benzinhahn zu, Schwimmerkammer ab, Schwimmer hochdrüclen, damit das Nadelventil zu ist,
benzinhahn auf, Schwimmer langsam runter, bis Sprit kommt.
Abstand zwischen Vergaserrand und Schwimmer messen.

Ist in Anleitung im Technikbereich aber doch gut beschrieben.

Gruß
Rainer
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Re: Frage zu Choke - Laverda 750S

Beitragvon Ernesto » 21.02.2019, 14:25

Entscheidend ist der Moment, und damit das Maß,
wenn das Ventil schließt.
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Re: Frage zu Choke - Laverda 750S

Beitragvon Schrauber » 13.03.2019, 19:33

Hallo,
Danke für die Antworten.
Vergaser sind geprüft, alle Teile wie Dichtungen und Düsen in Ordnung.

Ein Vergaser hat die Nadelventilaufnahme etwas verbogen - da setze ich gleich an!

Wie ist das korrekte Mass zwischen Dichtfläche und Unterseite des Schwimmers, wenn das Ventil geschlossen hat? Ich habe 24mm gelesen, stimmt das so?

Bei Keihin Vergasern habe ich den Vergaser jeweils ausbauen müssen und kopfüber auf den Tisch gestellt. Danach musste von der Dichtfläche zur Oberseite Schwimmer das richtige Mass erreicht werden. Ist das bei Dellortos anders?

Gruss
Yves
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Re: Frage zu Choke - Laverda 750S

Beitragvon Ernesto » 13.03.2019, 19:45

Ist das bei Dellortos anders?
Nein.
Für VHBs mit 10gr.-Schwimmern soll das Maß 23,5mm
betragen. Wenn Du einen Schlauch anschließt und reinpustest,
kannst Du den Zeitpunkt des Schließens fühlen/hören.
Gruß, Ernesto
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Re: Frage zu Choke - Laverda 750S

Beitragvon Schrauber » 23.03.2019, 19:06

Hallo,
Der Schwimmerstand war beidseitig 25mm.
Schwimmergewicht 14g.
Danke für den Tipp, habe es genau so gemacht!

Heute ist die 750s wieder problemlos angesprungen. Jedoch Choke nur behutsam gezogen, sonst wären die Kerzen wieder dahin.

Gruss Yves
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Re: Frage zu Choke - Laverda 750S

Beitragvon Ernesto » 23.03.2019, 19:51

Ja wunderbar. Schwimmerstand so lassen. Nennwerte:
Bei 14gr. 24,5mm
Bei 10 gr. 23,5mm

Ernesto
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