Ich hab die Hütte wieder zusammengekriegt
Bis jetzt schleift nichts mehr. Radlager vorne neu, Distanzrohr 0.7mm länger gedreht. Mich dünkt, dass ich den Tachoantrieb rauschen höre, aber man kann sich ja auch verrückt machen. Ein paar 100Km werden es dann zeigen. Zumindest die Tachonadel zittert nicht und das Rad schabt auch nicht, wenn man es dreht. Alles läuft frei und gut.
Die Beläge der Trommelbremsen sind noch original. Ich gehe stark davon aus, dass diese Beläge Asbest enthalten. Wie auch schon bei der Restauration habe ich die Trommeln immer nur nass ausgewaschen, so dass kein Staub entsteht. Es gäbe sicher asbestfreie Beläge, aber meine sind von der Dicke quasi neu und genau auf die Trommeln eingeschliffen. Die Bremsleistung ist so genial, dass ich mich trotz schlechten Gewissens und Angst nicht aufraffen kann, da neuere, ungiftigere Beläge reinzumachen.

Wie handhabt ihr das so?
Bei der Bereifung ist jetzt Michelin Road Classic drauf (vorne 100/90-18 und hinten 110/90-18). Vorher waren es Continental Classic Attack (vorne 110/90-18 und hinten 120/90-18). Aber im Vergleich zu der jetzigen schmaleren Bereifung fährt das Motorrad so viel besser meines Erachtens. Ich kann mich erinnern, wie der TÜV/MFK Prüfer zu mir meinte, dass dieses Motorrad ein "ungeheuerlicher Bock" sei

Ja, die Continental waren zu breit. Das war damals der Tatsache geschuldet, dass diese Reifen im Jahr 2018 nicht schmaler lieferbar waren, da 18 Zoll anscheinend nicht mehr so viel verwendet wird. Somit hatte ich vorne eigentlich einen Hinterreifen drauf, was an der Laufrichtungsmarkierung (rear) ersichtlich war. Gemerkt hats keiner.
Interessant ist, dass meine 2016er V7II Guzzi fast die genau gleiche Bereifung braucht und das Motorrad schätze ich jetzt mal im Vergleich zur 71er Laverda als sehr "modern" ein... Es ist zumindest in meiner Region in der Schweiz immer ein bisschen ein Murks, wenn man 18er Reifen braucht.
Ich habe noch böse Berichte im Jahr 2024 über den Michelin Reifen gelesen, so von wegen Vibrationen und starke Unwuchten bei manchen, aber bislang habe ich nichts bemerkt. Meine Reifen Serie ist von Oktober 2025.
Auch das statische Wuchten gestaltete sich als sehr schwierig. Das Vorderrad hat ein leichtes "Ei", was aber während der Fahrt nicht zu bemerken ist. Ich habe die Reifen zum Mechaniker meines Vertrauens gegeben und er meinte, dass das Auswuchten mit Bleigewichten bei diesen Rädern so keinen Sinn macht, ohne viel Gewicht draufzupacken.
Bislang bin ich sogar ohne Auswucht-Gewichte gefahren. Da man in der CH ja sowieso nirgends schneller als 120Km/h fahren darf, habe ich diesbezüglich nie etwas von einer Unwucht gemerkt. Die Räder habe ich persönlich eingespeicht und für mich war der Höhen- und Seitenschlag in Anbetracht des Alters der Felgen absolut noch im normalen Rahmen. Und solche selten gewordenen Felgen schmeisst man ja auch nicht einfach weg, nur weil mal 3mm Höhenschlag drinn sind... oder zumindest empfinde ich das so.
Gerne würde ich noch ein paar Kilometer fahren, aber jetzt macht das Wetter langsam nicht mehr so mit.
laverda.jpg
Gruss
Yves