Seite 3 von 7

Re: Restauration von Nannos 1976er 1000er

Verfasst: 23.11.2009, 09:36
von Jörg SF1
Muralis hat geschrieben:Beim Strahlen leidet die Oberflächenspannung, außerdem gibt es keine bessre Grundierung als vorhandenen Lack.
Echt???? :shock: Wusste ich auch nicht. Bisher war ich immer der Meinung das Strahlen die Oberfläche verdichtet.
Man lernt nie aus.

Re: Restauration von Nannos 1976er 1000er

Verfasst: 23.11.2009, 09:49
von nanno
Jörg SF1 hat geschrieben:
Muralis hat geschrieben:Beim Strahlen leidet die Oberflächenspannung, außerdem gibt es keine bessre Grundierung als vorhandenen Lack.
Echt???? :shock: Wusste ich auch nicht. Bisher war ich immer der Meinung das Strahlen die Oberfläche verdichtet.
Man lernt nie aus.
Ich glaub auch eher an die Variante vom Jörg. Alter Lack ist keine Option weil komplett zerschossen und teils ohne Grundierung ausgebessert...

Greg

Re: Restauration von Nannos 1976er 1000er

Verfasst: 23.11.2009, 10:48
von Laverdalothar
Darüber hinaus sollte man dünnwandig beschichtete Gartenzäune nicht mit einer handwerklich gut gemachten Pulverbeschichtung verwechseln. Die Motorräder stehen auch nicht 365 Tage im Jahr im Freien/in der prallen Sonne sondern 98% Ihrer Zeit in der Garage, in die nur maximal 10% des Sonnenlichts überhaupt rein kommt und dann auch wahrscheinlich nicht direkt sondern nur indirekt.

Generell sehe ich bei modernen Pulverbeschichtungen aber auch kein Problem: JEDE silberne moderne Alu-Felge ist werkseitig Pulverbeschichtet, viele farbigen Felgen auch. Da ist auch nach 20 Jahren nichts zu erkennen von Rißbildung. Wenn überhaupt, dann sind da Macken am Rand von Bordsteinen oder Steinschläge zu verzeichnen. Oder?

Meine Jota ist seit 12 Jahren pulverbeschichtet. Selbst in beanspruchten Bereichen sehe ich zwar Verfärbungen (durch Spritt aus den offenen Trichtern), jedoch keine Rißbildung. Würde ich jederzeit wieder machen.

Re: Restauration von Nannos 1976er 1000er

Verfasst: 23.11.2009, 12:47
von nanno
Laverdalothar hat geschrieben:Darüber hinaus sollte man dünnwandig beschichtete Gartenzäune nicht mit einer handwerklich gut gemachten Pulverbeschichtung verwechseln. Die Motorräder stehen auch nicht 365 Tage im Jahr im Freien/in der prallen Sonne sondern 98% Ihrer Zeit in der Garage, in die nur maximal 10% des Sonnenlichts überhaupt rein kommt und dann auch wahrscheinlich nicht direkt sondern nur indirekt.
Bleibt noch der Kostenfaktor... GUT lackieren kann ich fast gratis, Pulverbeschichten müsste ich voll zahlen. Und ja, die Lavendel wird sicher mehr als 30 Tage im Jahr draußen stehen... leider.

Oberflächenspannung?

Verfasst: 23.11.2009, 13:51
von 1000er
Hallo Muralis,

das die "Oberflächenspannung leidet" habe ich auch noch nie gehört.

Bin sehr daran interessiert mehr darüber zu erfahren von was, wo und warum die Oberflächenspannung leidet.

Freue mich schon drauf was neues zu lernen.

Gruss

Florian

Re: Restauration von Nannos 1976er 1000er

Verfasst: 23.11.2009, 14:08
von Laverdalothar
Hi Greg,

klar - Beschichten kostet etwas, ist aber auch nicht sooo extrem teuer. Den letzten Rahmen, den ich habe Beschichten lassen, hat - mit noch diversen anderen Teilen wie Schwinge, Hauptständer usw. - 250€ gekostet. Ist aber schon was her... Felgen hab ich mal für nen Satz offiziell mit Sandstrahlen, entfetten und beschichten in Metallic 115€ bezahlt. Waren sicher Freundschaftspreise, wenn ich es aber mit einer Lackierung vergleiche (und ich kann es nicht selber machen...) kommt mich das fast billiger (Satz Felgen wollte mein Lacker nicht unter 200€ machen mit Lack).

Dazu kommt, dass die Pulverbeschichtung verfahrenstechnisch bedingt eine gleichmäßige, geschlossene, deutlich härtere Schicht ergibt auch an schwer zugängigen Stellen. Das kann man beim Lackieren kaum erreichen, außer eventuell im Tauchbad...

Dafür besteht die Gefahr, das Rahmenbrüche erst sehr spät erkannt werden, nämlich wenn das Rohr komplett durch ist. Ausbesserungen darüber hinaus kaum möglich, nur komplett wieder strahlen und neu beschichten.

Wie auch immer - wird immer eine "Glaubensfrage" bleiben. :roll:

Selber machen hat aber auch was :-)

Re: Restauration von Nannos 1976er 1000er

Verfasst: 23.11.2009, 14:27
von nanno
Laverdalothar hat geschrieben:Wie auch immer - wird immer eine "Glaubensfrage" bleiben. :roll:
Selber machen hat aber auch was :-)
Eben und genau an dem Punkt möchte ich die Diskussion beenden, ich verstehe den Punkt, zahle aber fürs selberlackieren max. 15 - 20 euro, weil ich wirklich nur den verbrauchten Lack zahlen muss und der wird dort zu 100kg angekauft, d.h. wenn ich ein bissl Glück hab, kann ich mit "Abfall" lackieren und zahle gar nix.

Selber machen ist die oberste Devise bei meiner Laverda. Erstens mach ichs gern, zweitens gibts dann genau einen den ich schimpfen muss, wenns versaubeutelt ist.

Grysze
Greg

Re: Oberflächenspannung?

Verfasst: 23.11.2009, 20:24
von Muralis
Also, das ist nur die Zusammenfassung einen Vortrages den ich mir anhören mußte: durch das Strahlen wird die glatte Oberfläche aufgerissen, dadurch leidet die Stabilität. Ist so ählich wie bei einem Grashalm, beschädige einen Teil der Oberfläche, setzt ihn unter Spannung und du hast eine Sollbruchstelle. Es geht dabei um die Gitterstruktur der Moleküle die bei hochwertig gefertigten Rohren entsprechend ausgerichtet sind und deren Kristallstruktur im Strahlbereich zerstört wird.

Ich persönlich kann dies zwar bei einer alten Kawarahmen und damit meine ich einen von den zweitaktenden Dreizylindern nachhvollziehen, denke aber das das bei einer Laverda nicht ins Gewicht fällt, es sei denn du nimmst zu schweres Granulat, zuviel Druck und versuchst die Schweißnähte zu egalisieren.

Ich würde schleifen, grundieren, schleifen und dem Lackierer meines Vertrauens guten PU-Lack mit Härter geben und Ihn das machen lassen.
Aber letztendlich ist das meines Erachtens Glaubenssache.

Re: Oberflächenspannung?

Verfasst: 23.11.2009, 21:19
von nanno
Gut, wenn du zu weit reinstrahlst ins Material, dann versteh ich deine Aussage, aber zum Glück wurde ja bei Laverda (bitte jetzt ned falsch verstehen), mangelnde Innovation durch Wandstärke ersetzt. :roll:

Ich sag an dieser Stelle mal (ganz leise) Autsch:

Kabelbaum
Tankdeckel
DMC-Zündung inkl. Firlefanz
"bisschen" Kleinzeugs

beim Wolfgang Härter... immer noch verd*mmt viel Geld, aber hey... es wird und es wird konstant besser. Der halbe Rahmen ist schon abgeräumt.

Re: Oberflächenspannung?

Verfasst: 25.11.2009, 08:53
von nanno
Motor ist freigelegt und bereit zum Ausbau.

Kabelbaum hängt noch im Rahmendreieck, sollte bis zum Wochenende auch heraussen sein. Motor kommt am Freitag raus. (mit 2 Helfern)

Hat noch wer gute Tipps zum Motorausbau, auf die Schnelle hab ich jetzt nix im Forum gefunden.

Grysze
Greg

Re: Oberflächenspannung?

Verfasst: 25.11.2009, 20:46
von Stefan
nanno hat geschrieben:Motor ist freigelegt und bereit zum Ausbau.

...
Hat noch wer gute Tipps zum Motorausbau, auf die Schnelle hab ich jetzt nix im Forum gefunden.

Grysze
Greg
Ventildeckel abschrauben, Rahmenrohre (Unterzüge) umwickeln (aufgeschnittener Fahrradschlauch o.ä.) damit die unteren Haltebolzen nix zerkratzen, leicht nach vorne kippen und nach links rausheben. Geht auch allein, wenn man keinen Rückenschaden hat (aber zu zweit ist's einfacher, zu dritt wird's eng). Okay, wenn alleine, sollte man auch nicht unbedingt ein Milchbubi sein (@alle Milchbubis: nix für ungut :lol: )

Mehr fällt mir dazu aus dem Stand nicht mehr ein - ist schon zu lange her.

Re: Oberflächenspannung?

Verfasst: 25.11.2009, 21:02
von Corn
Hallo Nanno,

du kannst auch das ganze Gerät nach links auf eine Matratze legen und dann den Rahmen noch oben abheben (mit ein bisschen hin und her schieben) Rohre wie bei Stefan beschrieben schön umwickeln, wobei du ja eh neu lackieren willst oder?

Gruß Cornelius

Re: Oberflächenspannung?

Verfasst: 26.11.2009, 00:16
von Laverdalothar
Die Matratzen-Methode funktioniert gut. Vorher Öl ablassen falls noch drin, spart 3 Kilo und es gibt weniger Sauerei. Zudem Anlasser usw. wegbauen, spart auch noch mal was.

Einbau geht übrigens so auch sehr gut (umgekehrte Reihenfolge natürlich). Man kann einen Gartenschlauch nehmen, längs aufschlitzen, über die Unterzüge stülpen und mit Kabelbindern fixieren. Dann bleibt auch der lackierte Rahmen unbeschadet. Aber den "Kniff" kennst Du eh denke ich.

Re: Oberflächenspannung?

Verfasst: 26.11.2009, 07:35
von nanno
Laverdalothar hat geschrieben:Die Matratzen-Methode funktioniert gut. Vorher Öl ablassen falls noch drin, spart 3 Kilo und es gibt weniger Sauerei. Zudem Anlasser usw. wegbauen, spart auch noch mal was.

Einbau geht übrigens so auch sehr gut (umgekehrte Reihenfolge natürlich). Man kann einen Gartenschlauch nehmen, längs aufschlitzen, über die Unterzüge stülpen und mit Kabelbindern fixieren. Dann bleibt auch der lackierte Rahmen unbeschadet. Aber den "Kniff" kennst Du eh denke ich.
Danke für die wirklich guten Tipps. Ich hab' es mir eh ziemlich genau so gedacht (war mir halt nicht sicher wegen links und rechts). Beim rausnehmen gehts um nicht wirklich viel (kratzertechnisch). Öl ist schon raus (war pechschwarz) und im Motor hat sich auch einiges an Ölschlamm abgesetzt (was ich zumindest mal rechts in dem Schaltdeckel sehen konnte. Ich denke auf den ersten 1000km, werde ich mal so mind. 3-4 Ölwechsel einplanen.

Bei der XT hab ich auch den Rahmen auf den Motor gelegt, geht auf jeden Fall wesentlich besser (und dort kann man es dann mit der Methode auch alleine machen). Für morgen hab ich mir einfach mal einen Helfer organisiert.

8)

Grysze
Greg