Hallo Günther,
das ist bedingt richtig.
Die Funktionsweise der M1R - wenn ich sie richtig verstehe - ist in erster Linie die einer Öl gedämpften, Feder-unterstützten Teleskop-Gabel, bei der die Hauptfederleistung die Feder übernimmt und das Öl über Kanäle eine gewisse Abdämpfung dieser Bewegungen beim Ein- bzw. Ausfedern bewirkt. Das Luftpolster sorgt hier nur für eine gewisse Progression im letzte 1/3 - 1/4 des Federwegs und soll verhindern, dass die Gabel "Auf Block" geht (durchschlägt).
Hier würde ein Überdruck im entspannten Zustand beim Einfedern den Widerstand so erhöhen, das Dir Federweg genommen wird und die Gabel wird im schlimmsten Fall "Bockig". Die Einstellung der Progression erfolgt über die Höhe des Ölstands/verringerung des Luftbereichs und sollte für maximalen Komfort so sein, dass die Gabel so gerade eben nicht durchschlägt.
Bei einer Enduro-Gabel, die zumeist deutlich länger ist und auch deutlich mehr Federweg hat, mag ein wenig mehr Druck hier für einen besseren Geradeauslauf sorgen, nimmt aber im Geländer aus meinem Verständnis (und hier mag ich als nicht-enduro-Fahrer völlig falsch liegen) u.U. notwendigen Federweg. Du sprachst aber Temperaturen an und das ist nicht ganz unentscheidend: Kalte Luft hat weniger Volumen, ergo kann bei gleicher Luftmenge hier u.U. das Polster "zusammen-sacken" und ein Unterdruck entstehen. Den kann man durch dass Ventil auch ausgleichen. Kommt dann allerdings die Gabel auf Betriebstemperatur, hat man wieder zuviel Druck drin und die Gabel "bockt".
Bei einem Sportmotorrad kann man natürlich über den Überdruck dafür sorgen, dass die "Nickbewegung beim Bremsen verringert wird, wodurch die Bremse schneller anspricht. Federwege sind klar auf einer "topfebenen" Strecke weniger wichtig. Gerade auf der relativ buckeligen Nordschleife denke ich das dies aber gefährlich sein kann (wie Du ja auch schreibst - hier weniger Druck), da die Gabel dann zum Springen tendiert. Da hast Du sicherlich mehr Erfahrungen als ich, auf der Nordschleife bin ich leider bisher noch nicht gefahren.
Grundsätzlich ist es schon so, dass man über die Ventile die Gabel härter oder "softer" machen kann. Die Frage ist nur: will "Otto-Normalo" das permanent bei jeder Wetterlage tun oder sollte man das einmal mit der Ölmenge richtig für sich einstellen und danach nur den Überdruck (der dann überflüssig ist) abbauen. Dafür sind bei mir die Ventile gedacht.
Lavatory hat geschrieben:
Läßt man den Druck ab baut sich, wie Du beschreibst, beim Fahren durch das "Pumpen" der Gabelholme selbstständig ein geringer, eigentlich vernachlässigbarer Überdruck auf.
Willst Du dies nicht, brauchst Du nur die Ventilinnenteile herauszuschrauben; kostet nichts und die Sache ist erledigt.
Äh - mach das mal. Nimm aber Bremsenreiniger mit, damit Du nachher das Visir wieder vom Öl befreien kannst...
Ernsthaft: Das würde ich so nicht machen, ich denke da ist Piet's Methode (zusätzlich noch ein Käppchen drauf, damit man nicht "konserviert wird") besser. Optimal wäre ein auf einen bestimmten Überdruck einregelbares Ventil, das selbständig ab diesem Druck öffnet...
Ganz zufrieden bin ich mit der Lösung aber noch nicht. Werde mir mal 2 M8 x 1er Schrauben besorgen und mal schauen, ob man das nicht noch schöner machen kann. Auf dem Bike montiert stehen die Ventile relativ weit raus. Tut der Funktion keinen Abbruch, der Optik aber schon...
