Ausrückhebel zum 2.

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Moderator: Jürgen W.

1000er
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Ausrückhebel zum 2.

Beitrag von 1000er »

Vor einiger Zeit habe ich mal betreffend Funktion der "langen" Kupplungs-Ausrückhebel nachgefragt. An dieser Stelle vielen Dank für eure Nachrichten.

Für diese Hebel muss man allerdings die Ritzeldeckel aufsägen, die nicht mehr so leicht zu kriegen sind. (Abgesehen von optischen Einwänden)

Nun kriegte ich mal eine Anleitung in die Hand in der erläutert wird wie man den orig. Hebel und Adapter so verändern kann, das die gleiche Wirkung erzielt wir ohne den Deckel aufzusägen.

Habe auf dem Comp. mal davon Berechnungen laufen lassen, die aber schwindelerregende Materialbelastungen ergaben.

Mir wurde auch gesagt dass dieser Umbau an einer 1000er auch schon erfolgreich durchgeführt wurde.

Weiss vielleicht jemand von euch was oder ist soger stolzer Besitzer davon.

Florian
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Laverdalothar
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Re: Ausrückhebel zum 2.

Beitrag von Laverdalothar »

Hi Florian,

Urs vom Laverdaclub CH hat mir die Anleitung mal zukommen lassen. Hierbei waren allerdings die Maße nur Beispielhaft genannt worden. Grob gesprochen kann man einfach den "Angel-Punkt" des Hebels verändern, in dem man einfach ein 2. Loch in den Hebel macht, etwa 3 oder 4mm tiefer (also Richtung des kürzeren Hebel-Arms) als das originale Loch (vieleicht auch mehr - musst Du mal ausprobieren). Dadurch wird der obere Hebel-Teil länger, der untere kürzer, was eben deutlich verbesserte Hebelkräfte bei unbeschadetem Deckel ergibt Material-Belastungen sollte dabei im Rahmen bleiben...

Alternativ: man kann auch einen 2. Hebel selber machen. Vielleicht die bessere Alternative, da man dann den originalen Hebel unbeschadet lässt. Ist ja nur ein Flacheisen mit einer bestimmten Kontur, die man - mit etwas Geschick - aus jedem entsprechenden Flacheisen selbst feilen kann...

Viel Erfolg!!
LG

Lothar

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1000er
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Re: Ausrückhebel zum 2.

Beitrag von 1000er »

Hallo Lothar

von Urs habe ich sie auch bekommen. Auf dem Papier sieht die Sache ganz einfach und logisch aus.

In der Praxis muss aber der untere Drehpunkt (mit Rolle drauf) nicht nur nach oben sondern auch nach aussen verschoben werden sonst bleibt vom Hebel nicht mehr viel übrig.

Auf den ersten Blick sieht der Hebel wohl aus wie ein Stück Flacheisen ist aber ein recht hoch belastetes Teil. Die Kräfte der Kupplungsfedern allein sind ca. 160kg (ohne Reibungsverluste usw.) Der Deckel nimmt immer die gleichen Kräfte auf.

Nach langem Knobeln habe ich eine Lösung gefunden mit der sich die Belastungen in Grenzen halten. Als Anhaltspunkt 500N/mm2 ("Normales" Flacheisen hält ca.350N/mm2)
Mittlerweile habe ich auch feststellen müssen, dass Stahl in passender Festigkeit und Dimension gar nicht so einfach zu kriegen ist.

Es ist aber gut möglich dass ein grundlegender Fehler vorliegt oder ich ganz einfach den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr sehe.

Drum wollte ich mal rumfragen ob jemand mit sowas erfolgreich unterwegs ist. (Die erwähnte 1000er gehörte mal einem Heinz Hof wurde verkauft und ist jetzt unbekannten Aufenthalts.)

Mal sehen ob sich was rauskriegen lässt.

Florian
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Laverdalothar
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Re: Ausrückhebel zum 2.

Beitrag von Laverdalothar »

Hallo Florian,

der Wert, den Du nennst, bezieht sich glaube ich auf die Belastbarkeit in der Fläche. Hier must Du aber Quasi ein Material von 5mm Stärke zugrunde legen, da Du ja die Kannte belastest und das Material "dahinter" diese Kannte verstärkt. Ich weiß nicht, ob die Annahme richtig ist, aber so würde ich mir es als Laie erklären... Urs hatte damals das ganze von jemandem, der an Hubschrauber-Motoren arbeitet. Gehe mal davon aus, der wusste was er tat...?!? ;-)
LG

Lothar

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piet
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Re: Ausrückhebel zum 2.

Beitrag von piet »

Mein Drilling fuhr viele Jahre mit meinen selbstgeschnitzten Ausrückhebel. Diesen habe ich aus einen flachen Blech Maulschlüssel wie man ihn oft in Fahrrad Werkzeugtaschen findet gefeilt. Die Dicke passte perfekt und sogar die Auflagefläche für die äussere Kugel liess sich einfach flammhärten.

piet
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1000er
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Re: Ausrückhebel zum 2.

Beitrag von 1000er »

Hallo Piet,

gute Idee einen Gabelschlüssel aus Blech umzuarbeiten, erst recht wenn das Teil der Belastung standhält. Ich zweifle keinen Augenblick an deiner Konstruktion kann es aber trotzdem kaum glauben.

Was mich so brennend interssiert ist wie denn der Hebel schlussendlich aussah. Nur mit Verschieben des Drehpunkts nach oben bleibt zwischen der Kugel und Rolle nicht mehr viel Platz für den Hebel. Z.B. in der gleichen Auslegung wie die "langen" Hebel würde bei gleichen Kugel- und Rollendurchmesser ein Hebelquerschnitt von 4x4mm übrigbleiben. Ich heisse nicht Arnold, aber das lässt sich schon mit blosser Hand verbiegen.
Das kleinste Problem ist wohl noch das verschliessen der Bohrung im Adapter.

Ich klemme mich nochmals hinter meine Berechnungen, vielleicht finde ich doch noch den "Hund"

Florian
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Sigi
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Re: Ausrückhebel zum 2.

Beitrag von Sigi »

gute Idee einen Gabelschlüssel aus Blech umzuarbeiten
ich hab mir einen (langen mit Schlitz im Deckel etc.) aus einem
Chrom-Vanadium Gabelschlüsser gemacht, den muss man zwar
dünner schleifen, aber der hält dann locker die Belastungen aus.
Das gute an den Gabelschlüsseln ist, in der richtigen Schlüsselweite
haben die bereits fast die richtige Form. Für den Rest reicht die
Flex und ein Schleifbock.

Zu dem Schweizer Umbau kann ich leider nicht beitragen, als
ich davon hörte war mein Umbau schon fertig.

Gruß
Sigi
1000er
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Re: Ausrückhebel zum 2.

Beitrag von 1000er »

Grüssgott Sigi,

ein geschmiedeter Chrom-Vanadium Schraubenschlüssel ist wohl der schärfste Zunder der sich für so einen Hebel finden lässt. Da habe ich noch gar nicht dran gedacht.

Aber eben das spezielle am Schweizer Umbau war, das kein Schlitz im Deckel nötig war.

Florian
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Sigi
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Re: Ausrückhebel zum 2.

Beitrag von Sigi »

Aber eben das spezielle am Schweizer Umbau war, das kein Schlitz im Deckel nötig war
Ja natürlich, ich würde an deiner Stelle auch den Schweizer
Umbau machen. Ich dachte nur als Material für den Hebel ist
eben Chrom-Vanadium das beste und günstig in jedem
Baumarkt zu bekommen. Ich hab den Umbau nur noch grob
in Errinnerung, aber auch da brauchts du ja einen neuen Hebel.

Ich finde toll dass du das alles auch berechnen kannst und dir
die Arbeit machst. Halte uns auf dem Laufenden, sowas interssiert
sicher viele.

Gruß
Sigi
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piet
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Re: Ausrückhebel zum 2.

Beitrag von piet »

Hallo Florian,

Den Maulschlüsselhebel habe ich vor vielen Jahren gebaut, als es keine langen gab. Ich habe ihn einfach nach oben verlängert und den Gehäusedeckel geschlitzt, ruck-zuck mit der Bügelsäge :D ...........gab noch kein "originalitätssammlerhype" damals!!

Irgendwo habe ich ihn noch, die eingeschlagene "19" ist deutlich zu sehen.

Eine Änderung am Drehpunkt sehe ich auch als schwierig zu bewerkstelligen, zuwenig Platz....

Um den Deckel meiner GTL nicht zersägen zu müssen und trotzdem den unsäglichen originalen Tomaselli Kupplungshebel nutzen zu können, habe ich mir eine kleine "Übersetzungsbox" gebaut die ausser Sichtweite unterm Tank verschwindet. Die Hebelkraft ist um ca. 30% reduziert, was eine wirkliche Erleichterung darstellt.

Gruss,
piet
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Re: Ausrückhebel zum 2.

Beitrag von Corn »

Hallo Piet,

gute Idee, Wo gibts die Box ? Bzw wie sieh die aus.

Gruß C.
JürgenG.
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Re: Ausrückhebel zum 2.

Beitrag von JürgenG. »

HALLO;
die Box gab / gibt es bei Götz für rd. 30,-€ und nennt sich, so glaube ich, "Clutch-Lever".

Gruß
Jürgen
JürgenG.
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Re: Ausrückhebel zum 2.

Beitrag von JürgenG. »

Hallo,
hier noch mal was (klugsch.......es)zu den Stahl-Anmerkungen.
Ich denke, in jeder Maschinenbauerei, Werkzeugmacherei etc. dürfte es Stücke aus Flachmaterial aus ST50 / ST52 / ST60 geben mit dann 500 - 600 N/qmm Zugfestigkeit geben. Da dieser Wert sich eben immer auf die Zugfestigkeit bezieht, die Kraft beim Hebel aber ganz anders angreift, kann man m.M. nach die Schlussfolgerung, 370 N/qmm sind nicht ausreichend, so nicht stehen lassen. Hier ist eher die Berechnung des sog. Widerstandsmomentes relevant, was durch das Material, aber ganz wesentlich auch durch die geometrische Form und die Belastungsart bestimmt wird. Außerdem dürfte von wesentlichem Einfluß die Materialhärte / -Güte an der Stelle der Kugelberührung sein.
Gruß
Jürgen
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Jörg SF1
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Re: Ausrückhebel zum 2.

Beitrag von Jörg SF1 »

JürgenG. hat geschrieben:Hallo,
hier noch mal was (klugsch.......es)zu den Stahl-Anmerkungen.
Ich denke, in jeder Maschinenbauerei, Werkzeugmacherei etc. dürfte es Stücke aus Flachmaterial aus ST50 / ST52 / ST60 geben mit dann 500 - 600 N/qmm Zugfestigkeit geben. Da dieser Wert sich eben immer auf die Zugfestigkeit bezieht, die Kraft beim Hebel aber ganz anders angreift, kann man m.M. nach die Schlussfolgerung, 370 N/qmm sind nicht ausreichend, so nicht stehen lassen. Hier ist eher die Berechnung des sog. Widerstandsmomentes relevant, was durch das Material, aber ganz wesentlich auch durch die geometrische Form und die Belastungsart bestimmt wird. Außerdem dürfte von wesentlichem Einfluß die Materialhärte / -Güte an der Stelle der Kugelberührung sein.
Gruß
Jürgen
Ach was...hauptsache es hält :lol: :lol: :lol:
M.do.G.
Jörg

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Laverdalothar
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Re: Ausrückhebel zum 2.

Beitrag von Laverdalothar »

Jörg - Daumen hoch! :lol: Deine Kommentare geben der ganzen Diskussion noch die professionelle Note :!:

:mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen: :mrgreen:
LG

Lothar

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