Das gute Motul auch zum Einfahren ?

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Moderator: Jürgen W.

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Mini
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Das gute Motul auch zum Einfahren ?

Beitrag von Mini »

Hallo,

ich werde in der nächsten Zeit einen komplett überholten 750SF Motor einfahren müssen, bzw. dürfen. Welches Öl soll ich in der Einfahrphase, ich denke mal während der ersten 5tkm, verwenden ? Sollte es ein Mineralisches sein oder doch Motul 300 ?

Was meint ihr ?

Grüße, Mini
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Jörg SF1
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Re: Das gute Motul auch zum Einfahren ?

Beitrag von Jörg SF1 »

Mini hat geschrieben:Hallo,

ich werde in der nächsten Zeit einen komplett überholten 750SF Motor einfahren müssen, bzw. dürfen. Welches Öl soll ich in der Einfahrphase, ich denke mal während der ersten 5tkm, verwenden ? Sollte es ein Mineralisches sein oder doch Motul 300 ?


Grüße, Mini
Hi Mini,
das ganz normale Motul 20W50 3000 welches sowieso verwendet werden soll. Einzigst würde ich den ersten Ölwechsel bei sp. 1000km machen und nicht erst nach 2500km

Motul 300 ist doch Vollsyn, oder? Lass es sein. Die Kupplung wird rutschen und die Dichtungen pissen :lol: . Nimm das 3000 wie oben geschrieben.
Drehzahl schön im zivilen Bereich bis max 4000 , nicht höher die ersten 3000-5000km. (ich gehe davon aus das der Motor auch neue Kolben spendiert bekommen hat?)
M.do.G.
Jörg

Geschwindigkeit ist die Summe aus viel Gas und wenig Bremse.:-)
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Laverdalothar
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Re: Das gute Motul auch zum Einfahren ?

Beitrag von Laverdalothar »

Moin,

für "Angsthasen" wie mich empfahl der einschlägig bekannte Fachbetrieb aus Dom-Esch die folgende Einfahr-Sequenz:

0 - 500Km: kurze Touren, häufige Aufwärm und Abkühlphasen. Bei 500Km Ölwechsel, Kopf nachziehen, Ventile prüfen, Steuer- und Primärkette auf Spannung prüfen, alle Schrauben am Motor vorsichtig nachziehen, Drehzahl nicht über 3.000

501 - 1000Km: dito, etwas längere Touren, Drehzahl nicht über 4.000

1001 - 2.500Km: längere Touren, Drehzahl nicht längerfristig über 4.500, kurzfristig mal bis 5.000, Ölwechsel bei 2.500Km

ab 2.501: langsam steigern der Drehzahl, ab 5.000Km "Feuer frei". Ölwechsel alle 2.500 - maximal 3.000Km; Ventile kontrollieren spätestens jeden 2. Ölwechsel.

Moppäd lief super schön von Anfang an, einer der besten 750er Motoren (vom Lauf her, nicht von der Leistung...) den ich je gefahren bin. Lief im Standgas wie ein Uhrwerk, nahezu keine erkennbaren mechanischen Geräusche (wobei die Auspuffanlage zum "nicht erkennbar" ordentlich beigetragen hat... :lol: )

Öl hat sie bis auf einen kurzen "Abstecher" ins Lander Louis Öle (den ich bitter bereut habe...!!) nur Motul 20W50 bekommen. Damit läuft sie lt. aktuellem Besitzer immer noch, hat allerdings nicht viele Kilometer gesehen seit dem.

HDH
LG

Lothar

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PeterK.
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Re: Das gute Motul auch zum Einfahren ?

Beitrag von PeterK. »

Hallo Lothar,

hört sich ja alles sehr gut an. Da ich gerade meinen 750er Motor am einfahren bin, hab ich die Sache mal hochgerechnet. Bei einer geschätzten Fahrleistung von ca 1000 km pro Jahr käme ich nach ca. 5 Jahren in den Genuss mal Vollgas geben zu dürfen. Da Geduld nicht gerade zu meinen Stärken zählt, wird mein Motor diese Zeit wohl nicht bekommen.

Technisch würde mich interessieren wie z.B. ein Laverda Rennmotor eingefahren würde. Müssen die Fahrer auch die ersten fünf Jahre dem Feld hinterherfahren? :lol:

Gruss Peter
Lieber hundert Mal zu langsam, als einmal zu schnell.
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Laverdalothar
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Re: Das gute Motul auch zum Einfahren ?

Beitrag von Laverdalothar »

Hallo Peter,

ein Rennmotor wird mit erheblich größeren Toleranzen eingebaut (ca. 8/100 gegenüber 4/100), wodurch ebenfalls erheblich kürzere Einfahrzeiten notwendig werden, man allerdings auch schneller wieder an der Verschleißgrenze ist (was aber bei einem Rennmotor, der eh jede Saison auseinander gerissen wird, nicht so dramatisch ist...). Dazu kommt noch die Qualität der Kolben (Guß oder geschmiedet), die größe der Kolben (Prozentuales "Wachstum" der Kolben bei Erwärmung wirkt sich halt stärker bei größeren Kolben aus...) etc. etc. etc.

Die o.a. Angaben waren für einen Straßen-Motor mit normalen bis etwas engeren Toleranzen und sind sicher auf der "sicheren" Seite. Hab meinen Jota-Motor damals auch kürzer eingefahren beim ersten mal (ca. 1.200Km), was zu leichten Riefen in der Laufbuchse und am Kolben Hemd geführt hat... :oops: Den Umbau auf 1200ccm hab ich dann mit einer Einfahrzeit von 2.500Km verbunden...

Mag jeder machen wie er mag bzw. Kohle/Zeit/Geduld für einen Neuaufbau hat :wink: :oops:
LG

Lothar

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Alex M.
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Re: Das gute Motul auch zum Einfahren ?

Beitrag von Alex M. »

Ausserdem werden Rennmotoren auf Pruefstanden eingefahren, quasi im Schichtbetrieb. Da kommt man sehr schnell auf die Einlaufzeiten. Jedenfalls haben wir das frueher so bei der FEV in Aachen so gehandhabt.

Gruesse,

Alex
Wie jetzt? Das soll original bleiben?!
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Jens
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Re: Das gute Motul auch zum Einfahren ?

Beitrag von Jens »

Reds Statement aus Australien zu den Rennmotoren:
We gave the bores an extra 0.0005" clearance on this engine, is set at 0.003" instead of the 0.0025" we use on the street engines.
Not necessary to well hatch these days, we finished the bores with a plateau hone so no need to run the motor in.
Sunnen plateau hone does what the piston rings try and do for the initial start up, knocks all the high spots off the hone finish.

Also gave the Carrillo conrod big ends an extra 0.00025" clearance
hier im Video (oder täusche ich mich da?):

http://www.youtube.com/watch?v=ALhTjuYMPCU#t=1m43s

Und die Landmaschinenbauer :wink: nehmen für sich in Anspruch, es erfunden zu haben:

http://www.ihace.de/02_motor/x_plateauhonen/honen.htm

lg Jens
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